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Beats Biblionetz - Aussagen

Behauptung 53: Internet macht süchtig.

iconBiblioMap Dies ist der Versuch, gewisse Zusammenhänge im Biblionetz graphisch darzustellen. Könnte noch besser werden, aber immerhin ein Anfang!

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iconBemerkungen

Wir wissen mittlerweile, daß das Surfen im Internet süchtig machen kann; es ist ein neues Krankheitsbild, das anderen Formen der Sucht wie Wett- und Spielsucht, Sammelwut und dem Phänomen der Workaholics stark ähnelt.
Von Peter Struck im Buch Netzwerk Schule (1998) auf Seite 254
David RosenthalPathologische Internet-Benutzer, so die Fachleute, suchen nicht nach Informationen, sondern nach sozialer Unterstützung, sexueller Erfüllung und der Möglichkeit, sich selbst im Cyberspace nach den eigenen Wünschen zu erschaffen.
Von David Rosenthal im Buch Internet - Schöne neue Welt? (1999) auf Seite 142
Manfred SpitzerÜber das Suchtpotenzial von Internet und Computern liegen mittlerweile eine Reihe von Studien vor, die von der einfachen Statistik des Auftretens (Epidemiologie) bis zum Wirkungsmechanismus (Gehirnforschung) reichen. Wir wissen also nicht nur, dass digitale Medien süchtig machen, wir wissen auch, warum dies so ist.
Von Manfred Spitzer im Buch Digitale Demenz (2012) im Text Schlaflosigkeit, Depression, Sucht & körperliche Folgen auf Seite 266
Internet-Süchtige flüchten mit ihren ausweichenden Ersatzbefriedigungen meist aus ihren Alltagsproblemen, deren sie nicht mehr Herr werden, sie fallen durch übersteigerte Reizbarkeit und auch durch Entzugserscheinungen bis hin zum Verlust der Selbstkontrolle auf, wenn ihnen ihr Spielzeug genommen wird, und im Falle von Ehekrisen entscheiden sie sich, vor die Wahl gestellt, zumeist gegen den Partner und für den Computer.
Von Peter Struck im Buch Netzwerk Schule (1998) auf Seite 254
Für die Schweiz stehen keine Daten zur Verfügung, die eine zuverlässige Einschätzung der Verbreitung exzessiver Internetnutzung über die gesamte Bevölkerung zulassen. Aktuelle Studien fokussieren auf Jugendliche und junge Erwachsene, bei denen rund 2.3 Prozent als „problematische“ Nutzerinnen und Nutzer klassifiziert werden. In anderen europäischen Ländern und den USA variiert die Prävalenz zwischen 1 und 6 Prozent. In der Regel sind die Prävalenzwerte bei Jugendlichen höher als bei Erwachsenen und bei Männern höher als bei Frauen.
Von BAG Bundesamt für Gesundheit im Buch Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games (2012)
Die Internetabhängigkeit ist eine noch wenig erforschte Form der stoffungebundenen Süchte. Ihr wird derzeit viel Aufmerksamkeit geschenkt, u. a. weil es sich um eine Problematik mit wachsender Bedeutung handeln könnte. Bislang ist ungeklärt, ob (1) Suchtprobleme bei Internetgebrauch eine bedeutsame Störung mit klinischer Relevanz darstellen und (2) ob deren Prävalenz in der Bevölkerung Größenordnungen aufweist, die bundespolitisches Handeln erfordern. Bisher gibt es jedoch aufgrund des Mangels an hinreichend validen Daten keine aussagekräftigen Untersuchungen des Problems.
Von Hans-Jürgen Rumpf, Christian Meyer, Anja Kreuzer, Ulrich John im Text Prävalenz der Internetabhängigkeit (PINTA) (2011) auf Seite 4
Manfred SpitzerDie suchterzeugende Wirkung des Internets beruht letztlich auch auf dem Phänomen der Unvorhersagbarkeit, denn sobald ich mit anderen Menschen über die gängigen Portale in Verbindüng trete, kommen viele Zufälle ins Spiel: Malßnde ich, was ich suche (Google, Yahoo), mal nicht; mal ergattere ich das »Schnäppchen«, mal nicht (eBay); mal treffe ich jemanden oder finde gar einen virtuellen Freund, mal nicht (Facebook) etc. Es wundert nicht, dass gerade die sozialen Online-Medien einen starken Sog ausüben, so dass viele junge Menschen nahezu dauernd online sein müssen, letztlich aus Angst, sie könnten irgendetwas (oder irgendwen) verpassen.
Von Manfred Spitzer im Buch Digitale Demenz (2012) im Text Schlaflosigkeit, Depression, Sucht & körperliche Folgen auf Seite 271
Seit Ende der 90er Jahre ist bei der Internetnutzung ein steigender Trend zu verzeichnen. Gleichzeitig zeichnet sich ein gesellschaftlicher Diskurs hin zu einer „Problematisierung“ der Internetnutzung ab. Während es in Fachkreisen zunehmend akzeptiert wird, gewisse Nutzungsformen des Internets als Sucht zu bezeichnen, ist jedoch dieses Phänomen wissenschaftlich (analog an die ICD-10 Kategorisierung) noch nicht als Krankheit definiert. Dies führt auch bei wissenschaftlichen Studien zu methodischen Problemen, weshalb sich eine zuverlässige Einschätzung des Ausmasses des Problems der exzessiven Internetnutzung (Inzidenz und Prävalenz) als schwierig gestaltet.
Von BAG Bundesamt für Gesundheit im Buch Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games (2012)
Zum heutigen Zeitpunkt lässt sich wissenschaftlich noch nicht festlegen, wie pathologische Internetnutzung einzuordnen ist bzw. ob es sich dabei um eine Suchtkrankheit handelt. Aufgrund der Erfahrungen in der (klinischen) Praxis wird es jedoch in Fachkreisen mittlerweile zunehmend akzeptiert, gewissen Nutzungsformen als pathologische Abhängigkeit oder Sucht zu bezeichnen (Sucht Info Schweiz 2010). Zurzeit besteht noch eine verwirrende Vielfalt von Skalen zur Erfassung pathologischer Internetnutzung bzw. ähnlicher Konzepte im Bereich der „Onlinesucht“ (Schorr 2009). Damit gestaltet sich die Einschätzung der Verbreitung des exzessiven bzw. pathologischen Internetgebrauchs schwierig.
Von BAG Bundesamt für Gesundheit im Buch Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games (2012) auf Seite 5
Wird im Folgenden von pathologischer Internetnutzung gesprochen, ist dies gleichbedeutend mit „Onlinesucht“. An dieser Stelle soll nochmals darauf hingewiesen werden, dass sich jede pathologische Internetnutzung in einem exzessiven Gebrauch des Internet äussert, jedoch nicht jede exzessive Internetnutzung eine Abhängigkeit darstellt bzw. negative Folgen für die Nutzenden mit sich bringt. Allgemein ist mit den Begriffen pathologische Internetnutzung bzw. „Onlinesucht“ Vorsicht geboten, da der Krankheitsstatus dieses Phänomens (noch) nicht als solcher definiert ist, sondern sich – im Rahmen eines gesellschaftlichen Diskurses – in Entwicklung befindet. Deshalb wird im vorliegenden Bericht der Begriff der exzessiven Internetnutzung vorgezogen.
Von BAG Bundesamt für Gesundheit im Buch Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games (2012) auf Seite 5
International finden sich Prävalenzraten zwischen 1 und 14% (Christakis, 2010). Die Daten zur Häufigkeit von Internetabhängigkeit international und für den deutschen Raum sind in einem vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Projekt gesichtet und zusammengefasst worden (Petersen et al., 2010). Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine Vielzahl von methodischen Problemen vorliegt, so dass nur vorläufige Schätzungen möglich sind. Die Hauptprobleme bestehen darin, dass es sich in vielen Fällen um Gelegenheitsstichproben handelt, die keinen Anspruch auf Repräsentativität erheben können, und dass Erhebungsverfahren eingesetzt wurden, die nicht validiert sind. Es kommt hinzu, dass derzeit keine einheitliche Definition von Internetabhängigkeit vorliegt (Byun et al., 2009).
Von Hans-Jürgen Rumpf, Christian Meyer, Anja Kreuzer, Ulrich John im Text Prävalenz der Internetabhängigkeit (PINTA) (2011) auf Seite 4
TA SWISS Zentrum für Technikfolgen-AbschätzungWar im 18. Jahrhundert die Angst vor der Lesesucht verbreitet (siehe Kasten), so ist es heute die Angst vor der Internetsucht. Das Medium ist neu, die Angst ist dieselbe. Und auch hier meinen die Jugendlichen, dass es hauptsächlich eine Angst der Erwachsenen sei. Zwar räumen die meisten ein, dass sie zu viel Zeit mit dem Internet vertrödelten und zwar nicht nur zu Hause, sondern überall: beim Warten auf den Autobus, unterwegs und auch während dem Unterricht. Als süchtig stufen sie sich deshalb noch lange nicht ein, oder allerhöchstens als «leicht bis mittelmässig abhängig». «Ich könnte sehr gut ohne das Internet sein, aber da es nun mal verfügbar ist, brauche ich es eben», lautet eine verschiedentlich geäusserte Meinung. «Früher sah man zu viel TV und telefonierte zuviel, heute ist man zu lange online, so what?», eine andere. Internetsucht betrifft, wenn überhaupt, ausschliesslich andere. Ein Mädchen in Romanshorn fi ndet, ihr Bruder sei suchtgefährdet.
Von TA SWISS Zentrum für Technikfolgen-Abschätzung, Christine D’Anna-Huber im Buch Digital Natives (2011) auf Seite 18
Bisher gibt es keinen generell anerkannten Begriff, um das Problem der Abhängigkeit von Nutzungsformen des Internets zu bezeichnen. Benutzt werden zum Beispiel „pathologischer Internetgebrauch“, „Internetsucht“ oder auch „Onlinesucht“. Die Grenze zwischen exzessivem Gebrauch des Internets und pathologischer Internetnutzung ist fliessend bzw. die beiden Erscheinungsformen können nicht eindeutig voneinander abgegrenzt werden. Eine exzessive Nutzung des Internet muss von einer Abhängigkeit unterschieden werden. Zwar äussert sich eine sogenannte „Onlinesucht“ in einer exzessiven Nutzung des Internets. Nicht jede exzessive Internetnutzung ist jedoch mit einer pathologischen Abhängigkeit gleichzusetzen. Wenn die exzessive Internetnutzung in den beruflichen oder sozialen Alltag eingebettet ist und ohne negative Folgen für die Nutzenden bleibt, liegt keine Onlinesucht bzw. keine pathologische Abhängigkeit vom Internet vor. Insbesondere Jugendliche haben Phasen, in denen sie bestimmte Verhaltensweisen exzessiv zeigen und sich nach einiger Zeit wieder davon lösen. Gleichzeitig sind Jugendliche speziell gefährdet, eine Abhängigkeit zu entwickeln, weil bei ihnen das für die Regulierung von Verhalten und Emotionen zuständige Stirnhirn noch nicht vollständig ausgebildet ist.
Von BAG Bundesamt für Gesundheit im Buch Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games (2012) auf Seite 4
Eine Internet-Umfrage der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich ergab, dass sich unter 450 Befragten zehn Prozent als „internetsüchtig" bezeichneten. Ein Indikator für erste Suchtanzeichen ist das geradezu zwanghafte Verlangen, ständig seinen elektronischen Postkasten (E-Mail) zu überprüfen. Die passageren Suchterscheinungen haben Partnerschaftsprobleme, finanzielle Schwierigkeiten und eine Isolierung in der Schule oder am Arbeitsplatz zur Folge. Wie Alkoholiker oder Drogensüchtige ignorieren die Online-Junkies die Symptome. Für Datenfreaks wird die Online-Session zu einem Rauscherlebnis, mit dem ein Gefühl von Stärke und Überlegenheit einher geht. Dafür wird die soziale Vereinsamung in der physischen Exo-Welt in Kauf genommen. Online- Freaks verlieren leicht das Zeitgefühl und schaffen es nicht, sich von der Maschine zu entkoppeln. Kevin Kelly, Chefredakteur des amerikanischen Computer-Magazins ’Wired’, sieht allerdings darin ebenso wenig ein Problem wie in der „Lesesucht" im England des 19. Jahrhunderts. Das Problem der übersteigerten Nutzung des Internets ist zwar offensichtlich; dennoch wird die Wissensgesellschaft zwangsläufig dazu führen, dass wir alle eine viel grössere Zeit als bisher an Computern zubringen werden. Wo die Sucht tatsächlich beginnt oder wo die Nutzung den „ganz normalen Wahnsinn" darstellt, wird die weitere Entwicklung in den nächsten Jahren zeigen.
Von Artur P. Schmidt im Buch Medium des Wissens (2000) auf Seite 21

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Internetinternet, Sucht

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