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Beats Biblionetz - Texte

Zur Veränderung von Wahrnehmung und Denken

Zu finden in: Pädagogik der Navigation, 2003  
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iconZusammenfassungen

Franz Josef RöllDie bereits zum Schluss des ersten Kapitels skizzierten veränderten Anforderungen an den Einzelnen in einer Wissensgesellschaft werden im zweiten Kapitel in Bezug gesetzt zu den Veränderungen von Wahrnehmung und Denken, den grundlegenden Skripts, die Kinder und Jugendliche in einer Gesellschaft, in der Medien zum alltäglichen Lebensumfeld gehören, entwickeln. Dabei beziehe ich mich auf Sterns Konzept der kreuzmodalen Wahrnehmung, das davon ausgeht, dass Kinder in der Lage sind, intersensorisch die von den einzelnen Sinneskanälen aufgenommenen Information zu kreuzen (kreuzmodale Wahrnehmung). In der Regel werden diese Fähigkeiten im sogenannten formalen Stadium (etwa 12 Jahre) abgelegt und von dem kausal-rationalen Denken ersetzt. Die Medien begünstigen, so meine These, das Bewahren der kreuzmodalen Aneignung von Wirklichkeit. Dies wird begünstigt durch die Veränderung der kindlichen Erfahrungsräume. Der Lebensraum von Kindern ist nicht mehr kohärent und ganzheitlich, sondern geprägt durch Institutionalisierung, Segmentierung und Spezialisierung. Die daraus folgende Orientierungsdiffusion wird durch die Medien aufgefangen. Sie bieten die Folie, um die verlorene Kohärenz des verinselten Lebensraumes zu schliessen. Durch die kontinuierliche Erfahrung im Umgang mit Medien kommt es zu einer veränderten Dominanz in der Aneignung von Wirklichkeit. Das werde ich am Beispiel des Wandels vom Verstehen (Top-Down) zum Begreifen (Bottom-up ) und der Differenzierung zwischen Senioritäts- und juvenilem Prinzip aufzeigen. Am Beispiel des Computers werde ich darlegen, wie und warum die neuen Medien die kindliche Intelligenz fordern können. Des Weiteren weise ich auf die Dimension der Selbstsozialisation durch Medien hin und verdeutliche noch einmal die durch das Internet bedingten Veränderungen der Sprache, der Denkweise und der Struktur (hypertextuale Manuskriptkultur). Dazu skizziere ich die Denkfigur der Hotspotkultur als Synonym für die Internetgeneration.
Von Franz Josef Röll im Buch Pädagogik der Navigation (2003) auf Seite 15

iconBemerkungen

Beat Döbeli HoneggerIch bin nicht einverstanden mit der Fussnote auf Seite 57, in der Roell behauptet, Marshall McLuhans berühmtes Zitat "Das Medium ist die Botschaft" sei eine Fehlübersetzung von "The medium is the mAssage". Zwar hat McLuhan 1967 ein Buch mit diesem Titel verfasst, aber die Aussage "The medium is the mEssage" stammt aus dem Buch "Understanding Media" von 1964.
Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 18.11.2003

iconDieser Text erwähnt...


Personen
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Umberto Eco, Quentin Fiore, Howard Gardner, Bärbel Inhelder, Marshall McLuhan, Marvin Minsky, Jean Piaget, Artur P. Schmidt, Don Tapscott, Sherry Turkle

Aussagen
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Wahrnehmung erfolgt selbstbestätigend
Wahrnehmung hängt von der Erwartung ab.

Begriffe
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AkkommodationAccommodation, Assimilationassimilation, Bottom-upbottom up, Chatchat, Computerspielecomputer game, Deduktion, Denkenthinking, Emotionale Intelligenz, Familiefamily, Hypertexthypertext, Hypothesehypothesis, Induktion, Internetinternet, Kinderchildren, Medienmedia, MUDMUD, NetiquetteNetiquette, Sprachelanguage, Top-downTop-down, Wahrnehmungperception, WWW (World Wide Web)World Wide Web
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Bücher
Jahr UmschlagTitelAbrufeIBOBKBLB
Semiotik und Philosophie der Sprache (Umberto Eco) 2300
1967The Medium is the Massage (Marshall McLuhan, Quentin Fiore) 1, 3, 3, 2, 1, 1, 2, 1, 1, 2, 4, 628061106
1983   Abschied vom IQ (Howard Gardner) 4, 1, 1, 1, 2, 1, 1, 1, 1, 1, 2, 4142143632
1985    The Society of Mind (Marvin Minsky) 5, 4, 1, 2, 2, 5, 5, 2, 2, 4, 9, 143648141102
1995  Leben im Netz (Sherry Turkle) 7, 8, 10, 12, 10, 9, 12, 5, 11, 7, 12, 10941831015660
1997  Growing Up Digital (Don Tapscott) 2, 5, 5, 8, 8, 5, 6, 4, 4, 5, 6, 1070117105379
1999  Der Wissensnavigator (Artur P. Schmidt) 2, 3, 3, 4, 6, 3, 4, 6, 4, 2, 6, 10760107020

iconDieser Text erwähnt nicht... Eine statistisch erstelle Liste von nicht erwähnten (oder zumindest nicht erfassten) Begriffen, die aufgrund der erwähnten Begriffe eine hohe Wahrscheinlichkeit aufweisen, erwähnt zu werden.

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Nicht erwähnte Begriffe
Eltern, E-Mail

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