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Beats Biblionetz - Begriffe

blockchain

iconBiblioMap Dies ist der Versuch, gewisse Zusammenhänge im Biblionetz graphisch darzustellen. Könnte noch besser werden, aber immerhin ein Anfang!

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iconDefinitionen

Eine Blockchain ist im Kern eine Datenbank. Das Besondere daran: Einträge können, wenn sie der Kette einmal angehängt wurden, nicht mehr verändert werden, ohne dass dies jedermann sehen würde. Anders als gewöhnliche Datenbanken lagern Blockchains typischerweise auch nicht nur auf einem Rechner: Verschiedene Computer halten parallel jeweils eine Kopie à jour.
Von Simon Schmid im Text Pragmatiker machen die Krypto-Revolution (2018)
Mit der Blockchain wird aus dem Internet der Information ein Internet des Wertes. In seiner simpelsten Form ist die Blockchain ein Netzwerk, das Nutzern erlaubt, einander anonym Geld zuzuschicken, ohne von einer Bank abhängig zu sein. Die Blockchain ist wie ein riesiges offenes Buch, in die jede Transaktion notiert wird. Das Buch liegt als Kopie auf Tausenden Rechnern. Wenn jemand eine Transaktion tätigt, wird diese ins erste Buch notiert, dann ins nächste kopiert und so weiter. Wenn mehr als die Hälfte der Bücher die Transaktion registriert haben und es keine Konflikte mit anderen Eintragungen gegeben hat, gilt die Geldüberweisung als bestätigt. So verhindert die Blockchain, dass dieselbe Zwanzigernote doppelt oder dreifach überwiesen wird.
Von Alex Tapscott im Text «Ob diese Technologie Jobs vernichtet? Massenweise, ja!» (2017)

In der Marketing- und der Consultingbranche werden Blockchains gerne als revolutionäre Erfindung angepriesen, die existierende Geschäftsmodelle über den Haufen werfen und das Internet von Grund auf verändern würden.

Technisch betrachtet sind Blockchains eine Kombination – aus diversen Werkzeugen, die in der Informatik schon länger bekannt sind:

  1. Dezentrale Datenbanken: Daten werden nicht auf einem zentralen Computer, sondern auf mehreren Rechnern gespeichert.

  2. Authentizität: Die einzelnen Einträge in der Datenbank werden kryptografisch signiert – von den jeweiligen Urhebern.

  3. Verlinkte Blöcke: Einträge werden einzeln bzw. gruppenweise mit kryptografischen Techniken unwiderruflich aneinandergereiht.

  4. Konsens-Algorithmen: Die Computer nutzen ein festgelegtes Protokoll, um zu ermitteln, welche Version der Datenbank aktuell gültig ist.

Das Neuartige an Blockchains ist, dass sie mit diesen Werkzeugen eine Art Logbuch erstellen. Blockchains sind lange Listen – mit persönlichen Einträgen jedes Nutzers, der je mit ihnen interagiert hat. Solche Listen gab es bereits früher – doch sie waren nicht dezentral organisiert.

Von Simon Schmid im Text Pragmatiker machen die Krypto-Revolution (2018)

iconBemerkungen

Wozu diese Listen tatsächlich gut sein könnten, darüber zerbricht sich die IT-Branche derzeit den Kopf. «Normalerweise hat man zuerst ein Problem und sucht dann eine Lösung dafür», sagt Thomas Puschmann, Leiter des Swiss FinTech Innovation Lab an der Universität Zürich. «Mit Blockchains ist es umgekehrt: Die Lösung ist da – jetzt sucht man nach passenden Problemen.»
Von Simon Schmid im Text Pragmatiker machen die Krypto-Revolution (2018)
All das bedeutet übrigens nicht, dass es nicht irgendwann einen sinnvollen Einsatzzweck von Blockchains geben kann – vielleicht auch von Tezos. Doch so lange der Kryptoanarchismus den Menschen und die Gesellschaft derart missversteht, wird auch in Zukunft jedes Blockchain-Startup gegen jede halbwegs vertrauensvolle Institution mit einfacher Datenbank verlieren. Und gegen Menschen, die sich wenigstens ein bisschen vertrauen.
Von Michael Seemann im Text Ist die Blockchain eine Lösung für ein Problem, das es nicht gibt? (2018)
Ob Blockchains wirklich nötig sind, um ein bestimmtes Problem zu lösen, ist angesichts dieses Koordinationsaufwands – und der Effizienzverluste, die Blockchains mit sich bringen – oft nicht klar. «Viele Blockchain-Projekte sind im wesentlichen Digitalisierungs- und Standardisierungsprojekte», sagt Fabian Steiner, Berater bei der Firma Fortae. «Man könnte dafür genauso gut eine gewöhnliche, von einer Zentrale kontrollierte Datenbank verwenden.»
Von Simon Schmid im Text Pragmatiker machen die Krypto-Revolution (2018)

iconVerwandte Objeke

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(Cozitation)
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iconHäufig co-zitierte Personen

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iconStatistisches Begriffsnetz Dies ist eine graphische Darstellung derjenigen Begriffe, die häufig gleichzeitig mit dem Hauptbegriff erwähnt werden (Cozitation).

iconZitationsgraph

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