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Beats Biblionetz - Aussagen

Automatisierung fördert Arbeitslosigkeit

iconBiblioMap Dies ist der Versuch, gewisse Zusammenhänge im Biblionetz graphisch darzustellen. Könnte noch besser werden, aber immerhin ein Anfang!

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iconBemerkungen

Dirk HelbingDie digitale Revolution wird in den nächsten 10 bis 20 Jahren etwa 50 Prozent der heutigen Arbeitsplätze vernichten.
Von Dirk Helbing im Text "Wenn wir nicht aufpassen, werden wir unsere Selbstbestimmung und Rechte verlieren" (2016)
Gunter DueckImmer weniger von unserer klassischen Arbeit kann nicht durch Maschinen geleistet werden! Und jeder von uns muss sich fragen, wie groß der automatisierbare Anteil der eigenen Arbeit ist.
Von Gunter Dueck im Buch Professionelle Intelligenz (2011) im Text Professionalität - wie sich die Anforderungen ändern auf Seite 15
Erik BrynjolfssonAndrew McAfeeAs technology continues to advance in the second half of the chessboard, taking on jobs and tasks that used to belong only to human workers, one can imagine a time in the future when more and more jobs are more cheaply done by machines than humans.
Von Erik Brynjolfsson, Andrew McAfee im Buch Race Against The Machine (2011) im Text Creative Destruction
Das McKinsey Global Institute schätzt, dass allein durch hochentwickelte Algorithmen und denkende Maschinen in den kommenden Jahren weltweit 140 Millionen Wissensarbeiter durch Technik ersetzt werden. Arbeitslosigkeit träfe also nicht nur Niedrigqualifizierte und Menschen ohne besondere Fähigkeiten.
Von Markus Dettmer, Janko Tietz im Text Der Sieg der Algorithmen (2014)
We are being afflicted with a new disease of which some readers may not yet have heard the name, but of which they will hear a great deal in the years to come—namely, technological unemployment. This means unemployment due to our discovery of means of economising the use of labour outrunning the pace at which we can find new uses for labour.
Von John Maynard Keynes im Buch Revisiting Keynes im Text Economic Possibilities for our Grandchildren (1930)
We are being afflicted with a new disease of which some readers may not yet have heard the name, but of which they will hear a great deal in the years to come--namely, technological unemployment. This means unemployment due to our discovery of means of economising the use of labour outrunning the pace at which we can find new uses for labour.
Von John Maynard Keynes im Text Economic Possibilities for our Grandchildren (1930)
Osborne und Frey glauben nicht an die These, dass technischer Fortschritt Wachstum und damit neue Arbeitsplätze generiere. Der Grund seien das Tempo der Entwicklung und der Umstand, dass sich heute und in Zukunft aberwitzige Datenmengen speichern ließen – mit der Folge, dass dadurch immer intelligentere Algorithmen entstünden. So schnell, wie alte Arbeitsplätze wegfallen würden, könnten niemals neue entstehen.
Von Markus Dettmer, Janko Tietz im Text Der Sieg der Algorithmen (2014)
Würde die Politik definieren, dass die Pannenhelfer erst nach einer Viertelstunde eintreffen dürfen, brauchte es nur halb so viel Bereitschaftspersonal. Joye würde jährlich rund 1,5 Millionen Franken sparen. Das Beispiel zeigt, dass die Zahl der durch Digitalisierung geschaffenen Arbeitsplätze vom Entscheid der Gesellschaft abhängig ist, wie lange man Reisende in der Not warten lassen will, bis Hilfe eintrifft.
Von Andreas Valda in der Textsammlung Jobmotor Digitalisierung im Text Der Lokführer steuert am Bildschirm (2017)
Der amerikanische Ökonom Jeremy Rifkin gilt als Vordenker der sogenannten 20:80-Gesellschaft. Er analysiert in seinem Bestseller Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft die Folgen des technischen Fortschritts und kommt dabei zu dem Schluss, dass sich die Arbeit selbst abschaffe. Viele Millionen Arbeitsplätze werden Rifkin zufolge durch die fortschreitende Rationalisierung sowie durch den weltweiten Einsatz der Informadonstechnologien wegfallen.
Von Daniel Häni, Philip Kovce im Buch Was fehlt, wenn alles da ist? (2015) im Text Arbeit
Jaron LanierDenn wenn wir so weitermachen wie bisher, erwartet uns wahrscheinlich eine Zeit massiver Arbeitslosigkeit mitsamt den damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Unruhen. Der Ausgang dieser Entwicklung lässt sich nicht vorhersagen, doch wir sollten diesen Ansatz bei der Gestaltung unserer Zukunft ohnehin verwerfen. Stattdessen wäre es klüger, im Voraus zu überlegen, wie wir langfristig mit einem hohen Maß an Automatisierung leben können.
Von Jaron Lanier im Buch Who Owns the Future? (2013)
Ich halte nicht viel von Studien wie von jener der Uni Oxford, die sagt, Millionen von Jobs würden der Digitalisierung zum Opfer fallen. Bisher sind immer mehr Jobs neu entstanden als weggefallen. Um 1900 hätte man mit 99,9 Prozent Treffsicherheit voraussagen können, dass die Kutscher oder die Hufschmiede verschwinden würden. Man hätte aber auch sagen müssen, dass die Beschäftigung und die Einkommen zum Beispiel dank der Autoindustrie wachsen würden.
Von Boris Zürcher im Text «Das Paradies wird erst 2100 eröffnet« (2016)
Klaus HaefnerGeht man von den Potenzen der Informationstechnik und einer guten Akzeptanz durch die Arbeitgeber aus, so erscheint es möglich, daß in zwei bis drei Jahren die Umstellung von menschlicher auf technische Informaticirrsverarbeitung mit einem breiten Gewicht um sich greifen und damit in ca. 5 Jahren zu einer ernsten Bewegung auf dem Arbeitsmarkt führen kann. Erst dann wird die Sorge zur Kraft werden, insbesondere, wenn die Schaffung neuer Arbeitsplätze ausbleibt und eine zu hohe Anpassungsgeschwindigkeit der Qualifikationsprofile gefordert wird.
Von Klaus Haefner im Buch Die neue Bildungskrise (1982) im Text Die Herausforderungen der Informationstechnik auf Seite 73
The diffusion of information technology in factories, offices, and services has reignited a centuries-old fear by workers of being displaced by machines, thus becoming irrelevant for the productivist logic that still dominates our social organization. While the Information Age version of the Luddite movement that terrorized English industrialists in 1811 has not appeared yet, increasing unemployment in Western Europe in the 1980s and 1990s prompted questions about the potential disruption of labor markets, and therefore of the whole social structure, by the massive impact of labor-saving technologies.
Von Manuel Castells im Buch Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft (1996) auf Seite 267
Viele teilen Rifkins Einschätzungen nicht. Sie halten es eher mit dem amerikanischen Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Solow, der meint: »Die Angst vor der Automatisierung der Arbeitswelr ist genauso unbegründet wie die Angst vor dem Zusammenstoß mit einem riesigen Asteroiden.« Die Argumente der Rifkin-Kririker lauten: Da wir immer länger leben und uns immer weniger vermehren, werde es infolge des demografischen Wandels einen Fachkräftemangel ohnegleichen geben. Immer weniger Berufstätige müssten für immer mehr Berufsunfähige sorgen, sodass es nicht zu Jobverlusten, sondern zu ungeahnter Jobnachfrage kommen werde.
Von Daniel Häni, Philip Kovce im Buch Was fehlt, wenn alles da ist? (2015) im Text Arbeit
Brynjolfsson, Direktor des MIT Center for Digital Business an der MIT Sloan School of Management, und sein Co-Autor McAfee, Vizedirektor des MIT Center for Digital Business, schreiben darin, dass die eindrücklichen Fortschritte in der Computertechnologie – darunter subsumieren sie alles von verbesserten Industrierobotern bis zu automatischen Spracherkennungssystemen – das tiefe Beschäftigungswachstum in den USA der letzten zehn, fünfzehn Jahre mitverursacht haben. Viele Jobs, die während der Finanzkrise verschwunden sind, würden nicht wieder auftauchen. Der technologische Fortschritt hat gemäss dieser Deutung den Menschen, die arbeiten wollen, die Arbeit weggenommen.
Von David Iselin im Text Arbeiten Sie als ... (2013)
Kathrin PassigSascha LoboArbeitsplätze fallen schon immer technischen Neuerungen zum Opfer. Durch die Einführung des Buchdrucks wurden in kirchlichen Institutionen ganze Schreiberabteilungen wegrationalisiert – nicht nur dort, wo man bisher Handschriften illuminierte, die heute in Museen unter Glas liegen, sondern vor allem in der Verwaltung, wo Ablassbriefe und andere Formulare von Hand geschrieben wurden. Zum Ausgleich entstehen in anderen Bereichen neue Arbeitsplätze, vielleicht ermöglicht die Innovation der Branche erst die Expansion, sodass die Beschäftigtenzahl sogar wächst. Das war etwa im 19. Jahrhundert bei der Einführung der Schnellpresse im Buchdruck der Fall, die die preisgünstige Buchproduktion für den Massenmarkt erlaubte.
Von Kathrin Passig, Sascha Lobo im Buch Internet - Segen oder Fluch (2012) im Text Disruption ist kein Kindergeburtstag auf Seite 89
Erik BrynjolfssonAndrew McAfeeVor ein paar Jahren unterhielten wir uns sehr offen mit einem CEO, der uns erklärte, ihm sei schon seit zehn Jahren klar, dass die Weiterentwicklung der Informationstechnologie viele routinemäßige Jobs in der Informationsverarbeitung überflüssig gemacht habe. Gleichzeitig sei es aber gar nicht so einfach, Stellen zu streichen, wenn Gewinn und Umsatz steigen. Als die Rezession einsetzte, sah jeder ein, dass man nicht weitermachen konnte wie gehabt. Es war leichter, eine schmerzhafte Rationalisierungs- und Personalabbau-Runde einzuläuten. Als die Rezession vorüber war und Gewinne und Nachfrage wieder auflebten, wurden die Mitarbeiter, die Routinearbeiten verrichtet hatten, einfach nicht wieder eingestellt. Wie so viele andere Unternehmen in den letzten Jahren hatte auch seine Firma gemerkt, dass die Technik auch ohne diese Mitarbeiter Wachstum ermöglichte.
Von Erik Brynjolfsson, Andrew McAfee im Buch The Second Machine Age (2014) im Text Das Gefälle
Falls Sie die Illusion hegen, in 20 Jahren unter Palmen zu liegen, während der Computer die Arbeit für Sie macht, dann kommt jetzt gleich die Enttäuschung: Computer werden uns einen Teil der Arbeit abnehmen, aber es bleibt trotzdem sehr viel zu tun – zum Beispiel die richtigen Fragen zu stellen. Denken Sie an das Buch «Per Anhalter durch die Galaxis», wo einem Supercomputer die Frage nach «dem Sinn des Lebens, dem Universum und dem ganzen Rest» gestellt wird. Die Antwort des Computers nach unendlich langer Rechenzeit lautet «42», womit niemand etwas anfangen kann. Um nicht ständig 42er-Antworten zu erhalten, werden wir uns in der Art, wie wir mit Computern sprechen, noch sehr stark weiterentwickeln müssen. Der Computer kann in den Grenzen denken, die wir ihm setzen. Aber wirklich etwas Neues schaffen – auch aus dem Unbewussten, aus Träumen –, das können nur wir Menschen.
Von Karin Vey in der Zeitschrift Bildung Schweiz 11/2015 im Text "Dem Computer fehlen Tiefgang und Geheimnis" (2015)
Recent discussions about the employment impact of disruptive change have often been polarized between those who foresee limitless opportunities in newly emerging job categories and prospects that improve workers’ productivity and liberate them from routine work, and those that foresee massive labour substitution and displacement of jobs. Academics, chief executives and labour leaders hold strong and diverse views on the debate, as do policymakers.6 It is clear from our data that while forecasts vary by industry and region, momentous change is underway and that, ultimately, it is our actions today that will determine whether that change mainly results in massive displacement of workers or the emergence of new opportunities. Without urgent and targeted action today to manage the near-term transition and build a workforce with futureproof skills, governments will have to cope with ever-growing unemployment and inequality, and businesses with a shrinking consumer base.
Von World Economic Forum (WEF) im Buch The Future of Jobs (2016)
Sehr viel gravierender werden die Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte sein. Das zeigt eine Studie des Center of Automotive Research in Michigan: Roboter werden nie müde und trinken keinen Alkohol. Sitzen sie am Steuer, wird es de facto keine Verkehrsunfälle mehr geben. Zudem können die Autos viel dichter aufgeschlossen fahren, die verstopften Innenstädte werden entlastet. Das Fahrzeug braucht weder Steuerrad noch Hochsicherheitsbremse oder Schutzvorrichtungen wie den Airbag. Das macht seine Herstellung billiger und ökologischer. Weil es praktisch keine Unfälle mehr gibt, braucht es keine Haftpflichtversicherung mehr und folglich auch keine Sachbearbeiter, die sie verwalten. Verkehrspolizisten werden ebenfalls überflüssig, genauso wie Bus-, Lastwagen- und Taxichauffeure. In den Spitälern fallen Stellen für Ärzte und Krankenschwestern weg, weil es kaum noch Opfer von Verkehrsunfällen geben wird. Kurz: Die Einführung von softwaregesteuerten Autos wird langfristig eine Revolution auf den Arbeitsmärkten auslösen.
Von Philipp Löpfe im Text Der Markt wird es nicht richten (2013)
Ökonomen haben einen zweiten Grund, an den Thesen der Massenarbeitslosigkeit durch Roboterisierung, kurz, durch Informationstechnik, zu zweifeln. Die erwähnten Katastrophenautoren sind technikfixiert. Sie beziehen zwei wichtige Umstände nicht ein, nämlich die «Ökonomie in der Fläche», wie ich es nenne, und die vielen zusätzlichen Umwegsarbeiten, um neue Techniken zu erzeugen und dann anzuwenden. Wirtschaftliche Tätigkeiten mögen an einzelnen Punkten voll rationalisiert werden, doch irgendwann muss ein Produkt zugestellt werden, beworben werden, müssen Leute, nicht Pakete transportiert, informiert, verbunden, beraten werden. Die Anlagen müssen gepflegt werden: Die installierte riesige Infrastruktur an Zuleitungen, Entsorgungen, an Häusern und Einrichtungen muss laufend gewartet und erneuert werden. Gerade neue Techniken laufen erst richtig an, wenn vieles abgebrochen und neu gebaut wird. Intelligente Materialien, selbstfahrende Autos, neue Pflegezweige mit Gentechniken verlangen Tätigkeit «in der Fläche», allüberall. Würstchenbuden, Putzen und Gartenarbeit sind immer nötig.
Von Beat Kappeler im Text Roboter und Computer werden kein Heer von Arbeitslosen erzeugen (2016)

icon5 Vorträge von Beat mit Bezug

iconZitationsgraph

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iconErwähnungen Dies ist eine nach Erscheinungsjahr geordnete Liste aller im Biblionetz vorhandenen Werke, die das ausgewählte Thema behandeln.

iconAnderswo suchen Auch im Biblionetz finden Sie nicht alles. Aus diesem Grund bietet das Biblionetz bereits ausgefüllte Suchformulare für verschiedene Suchdienste an. Biblionetztreffer werden dabei ausgeschlossen.

iconBiblionetz-History Dies ist eine graphische Darstellung, wann wie viele Verweise von und zu diesem Objekt ins Biblionetz eingetragen wurden und wie oft die Seite abgerufen wurde.

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