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Beats Biblionetz - Texte

Unskilled and Unaware of It

How Difficulties in Recognizing One's Own Incompetence Lead to Inflated Self-Assessments
Justin Kruger, David Dunning
Erstpublikation in: Journal of Personality and Social Psychology, 1999, Vol. 77, No. 6. 1121-1134
Publikationsdatum:
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iconZusammenfassungen

Beat Döbeli HoneggerMenschen überschätzen ihre Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Anhand von vier Studien zeigen die Autoren, dass sich Inkompetente meist masslos überschätzen. Erhöhen sich die Fähigkeiten dieser Personen, so sinkt entsprechend ihre Selbsteinschätzung. In gewissen Studien haben sich nicht nur Inkompetente überschätzt, sondern auch Experten unterschätzt.
Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 30.07.2006
Die Psychologen David Dunning und Justin Kruger publizierten 1999 ihre Forschung zur Inkompetenz, die unter dem Begriff «Dunning-Kruger-Syndrom» bekannt wurde. Die beiden Forscher gingen von Hypothesen aus, die sie auf verblüffende Weise bestätigt sahen: Je inkompetenter eine Person ist, desto weniger ist sie sich ihrer fehlenden Kompetenz bewusst und neigt zur dramatischen Überschätzung ihrer minimalen Fähigkeiten. Die beinahe komische Tragik der Inkompetenz ist es, blind gegenüber der eigenen Beschränktheit zu sein.
Von Franz König in der Zeitschrift Bildung Schweiz 11/2015 (2015) im Text Hütet euch vor der Inkompetenz!
Die grosse VerführungIn einer kürzlich durchgeführten Versuchsreihe haben die Kognitionspsychologen David Dunning und Justin Kruger Studenten der Cornell University Tests vorgelegt, die unterschiedliches Wissen und Können prüften: englische Grammatik, logisches Denkvermögen und Humor. In allen Bereichen zeigte sich, daß diejenigen, die im unteren Quartil lagen, am meisten dazu neigten, grob zu überschätzen, wie gut sie abgeschnitten hatten. Bei der englischen Grammatik schätzten beispielsweise Versuchspersonen, deren Punktzahl im 10. Perzentil lag, daß ihre Punktzahlen im 61. Perzentil lägen und daß ihr tatsächliches Wissen im 67. Perzentil läge. Beim Test für logisches Schlußfolgern schätzten die Versuchspersonen, die im 12. Perzentil lagen, durchschnittlich, daß sie im 62. Perzentil lägen, und siedelten ihre Gesamtkompetenz im 68. Perzentil an.
Von Robert Levine im Buch Die grosse Verführung
Roman TschäppelerMikael KrogerusEigentlich, so die Forscher, müssten wir ja selbstsicherer werden, je mehr wir über ein Thema Bescheid wissen. Tatsächlich jedoch tun jene, die nur wenig über etwas wissen, ihre Meinung am selbstbewusstesten kund. Wer gerade einmal an der Oberfläche eines Themas gekratzt hat, ist so ahnungslos, dass er nicht weiss, dass er nichts weiss. Berauscht von dem kleinen Schluck Wissen, den er gerade zu sich genommen hat, überschätzt er das eigene Vermögen und anerkennt nicht ein fachkundiges Argument. Diejenigen wiederum, die sich im Thema auskennen, wissen, dass sie noch nicht alles wissen, und neigen dazu, sich von der Komplexität des Themas einschüchtern zu lassen. Je besser wir uns auskennen, beobachteten Dunning und Kruger, desto schlechter wird unser Selbstbild. Erst Leute mit wirklich fundiertem Wissen entwickeln mit der Zeit wieder Selbstvertrauen. (Das aber nie so gross wird wie das Selbstvertrauen der Pseudoexperten.)
Von Roman Tschäppeler, Mikael Krogerus im Buch Sammlung «Krogerus & Tschäppeler» im Text Warum so viele alles besser wissen (2020)
People tend to hold overly favorable views of their abilities in many social and intellectual domains. The authors suggest that this overestimation occurs, in part, because people who are unskilled in these domains suffer a dual burden: Not only do these people reach erroneous conclusions and make unfortunate choices, but their incompetence robs them of the metacognitive ability to realize it. Across 4 studies, the authors found that participants scoring in the bottom quartile on tests of humor, grammar, and logic grossly overestimated their test performance and ability. Although their test scores put them in the 12th percentile, they estimated themselves to be in the 62nd. Several analyses linked this miscalibration to deficits in metacognitive skill, or the capacity to distinguish accuracy from error. Paradoxically, improving the skills of participants, and thus increasing their metacognitive competence, helped them recognize the limitations of their abilities.
Von Justin Kruger, David Dunning im Text Unskilled and Unaware of It (1999)

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Fragen
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Begriffe
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Nicht erwähnte Begriffe
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iconVorträge von Beat mit Bezug

  • Mit digital natives kollaborativ arbeiten

    SATW-Tagung ICT, Münchenwiler, 09.11.2007

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Auf dem WWW Unskilled and Unaware of It: Artikel als Volltext (lokal: PDF, 450 kByte; WWW: Link OK 2021-03-21)

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iconBeat und diesen Text

Beat war Co-Leiter des ICT-Kompetenzzentrums TOP während er diesen Text ins Biblionetz aufgenommen hat. Die bisher letzte Bearbeitung erfolgte während seiner Zeit am Institut für Medien und Schule. Beat besitzt kein physisches, aber ein digitales Exemplar. Eine digitale Version ist auf dem Internet verfügbar (s.o.). Aufgrund der wenigen Einträge im Biblionetz scheint er es nicht wirklich gelesen zu haben. Beat hat diesen Text auch schon in Vorträgen erwähnt.

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