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Beats Biblionetz - Begriffe

Predictive Policing Predictive Policing

iconBiblioMap Dies ist der Versuch, gewisse Zusammenhänge im Biblionetz graphisch darzustellen. Könnte noch besser werden, aber immerhin ein Anfang!

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iconSynonyme

Predictive Policing, Precrime-System

iconBemerkungen

Die Programme überschätzen das Risiko von Gefährderinnen. In der Praxis führen sie bei Polizisten, die sie benutzen, zu einem Tunnelblick.
Von Adrienne Fichter, Florian Wüstholz im Text Die Polizei weiss, was Sie morgen vielleicht tun werden (2020)
Weapons of Math DestructionDas Ergebnis ist, dass wir Armut kriminalisieren, dabei aber die ganze Zeit glauben, unsere Werkzeuge seien nicht nur wissenschaftlich, sondern auch gerecht.
Von Cathy O’Neil im Buch Weapons of Math Destruction (2016) im Text Civilian Casualties
In einigen Kantonen wurden jahrelang digitale Prognostik­programme und Präventiv­massnahmen im rechts­freien Raum angewendet. Gefährder­datenbanken wurden ohne rechtliche Grundlage angelegt.
Von Adrienne Fichter, Florian Wüstholz im Text Die Polizei weiss, was Sie morgen vielleicht tun werden (2020)
Die Schweiz ist im deutsch­sprachigen Raum Pionierin für Predictive Policing. Immer mehr sogenannte «Gefährder» werden in Daten­banken erfasst, in der eigenen Wohnung aufgesucht und angesprochen, beobachtet, überwacht.
Von Adrienne Fichter, Florian Wüstholz im Text Die Polizei weiss, was Sie morgen vielleicht tun werden (2020)
Take, for example, the algorithm-generated ‘heat maps’ used in Chicago, Illinois, to identify people who are most likely to be involved in a shooting. A study published last month indicates that such maps are ineffective: they increase the likelihood that certain people will be targeted by the police, but do not reduce crime.
Von Kate Crawford, Ryan Calo im Text There is a blind spot in AI research (2016)
Es gibt keine öffentliche Debatte über Predictive-Policing-Programme und auch keine Regulierungen. Nur wenige wurden von unabhängiger Seite evaluiert. Für viele Polizei­beamtinnen ist nicht nachvollziehbar, wie die Programme funktionieren. Die Algorithmen sind Geschäfts­geheimnis der Anbieter, und die Daten liegen teilweise auf Servern im Ausland.
Von Adrienne Fichter, Florian Wüstholz im Text Die Polizei weiss, was Sie morgen vielleicht tun werden (2020)
Neuronale DenkfehlerPrecobs wird in einigen Städten in Bayern, Baden-Württemberg und der Schweiz eingesetzt beziehungsweise getestet, um Einbruchsdelikte zu verhindern. Dabei stützt sich die Software auf eine starke theoretische Grundlage: Diverse Wissenschaftler haben bereits nachgewiesen, dass auf eine Tat häufig weitere Taten in kurzen zeitlichen und räumlichen Abständen folgen, sogenannte Near Repeats. Nach solchen Mustern sucht Precobs und schlägt automatisch Alarm, wenn aus einer Ecke der Stadt mehrere Einbrüche gemeldet werden.
Von Andrea Trinkwalder in der Zeitschrift Neuronale Denkfehler (2018) im Text Irren ist künstlich auf Seite  132
Der Strafrechtsexperte und Datenschutzaktivist Hanni Fakhoury von der Electronic Data Foundation sagt auf Anfrage: «Eines der Probleme von Predictive Policing ist, dass letztlich jeder Algorithmus, der auf menschlichen Daten basiert, in das System eingespeist wird. Wenn Polizeiarbeit auf stereotypen oder gar rassistischen Profilen gründet, wird der Algorithmus einfach dieselben Ergebnisse ausspucken.» Fakhoury hält die Software für noch nicht ausgereift. «Im Moment gibt es noch zu viel Unsicherheit und fehlendes Wissen darüber, wie diese Entscheidungen getroffen werden.»
Von Adrian Lobe im Text Per Mausklick zum Tatort (2014)
Methodisch ist die Vorgehensweise insofern problematisch, als Muster, die in der Vergangenheit nicht auftraten, in der Zukunft schwerlich vorausgesagt werden können. Wenn es keinerlei Regelmässigkeiten über Verbrechen gibt, die sich zu einem Muster zusammenpuzzeln lassen, können auch keine Vorhersagen getroffen werden. Überall dort, wo ein Täter nicht gezielt vorgeht, wo er impulsiv agiert (wie etwa bei Kapitalverbrechen) oder im Affekt handelt, läuft die Methode folglich ins Leere. Kriminalität ist kein blosses Rechenspiel, sondern ein komplexes Konstrukt aus Intentionen, Motivationen und äusseren Umständen. Insofern kann Predictive Policing nur ein Ergänzungswerkzeug der Ermittler sein.
Von Adrian Lobe im Text Per Mausklick zum Tatort (2014)
Im Sommer machte in den USA ein weiterer Fall Schlagzeilen: An der Tür von Robert McDaniel klingelte die Polizei. Der junge Mann, ein Highschool- Abbrecher, wohnte in einem Problemviertel von Chicago, war aber nicht polizeibekannt. Die Polizeibeamtin sagte ihm brüsk: «Wenn du irgendein Verbrechen begehst, wird das ernsthafte Konsequenzen haben. Wir beobachten dich!» McDaniel war verdutzt. Was er nicht wusste: Er landete auf der Heat List – einem Index von 400 Personen, die am wahrscheinlichsten ein Verbrechen begehen. McDaniel hatte das Pech, dass er im «falschen» Viertel lebte. Die Eigenschaften «Schulabbrecher» und «kriminelles Umfeld» machten aus ihm einen potenziellen Täter.
Von Adrian Lobe im Text Per Mausklick zum Tatort (2014)

iconVerwandte Objeke

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Verwandte Begriffe
(Cozitation)
Googles Gorilla-Problem, big databig data, Überwachungskapitalismus, Gesichtserkennungface recognition, Algorithmusalgorithm

iconStatistisches Begriffsnetz  Dies ist eine graphische Darstellung derjenigen Begriffe, die häufig gleichzeitig mit dem Hauptbegriff erwähnt werden (Cozitation).

iconZitationsgraph

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iconZeitleiste

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