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Beats Biblionetz - Begriffe

Selbstorganisation self organisation

iconSynonyme

Selbstorganisation, self organisation

iconDefinitionen

Systeme, die all ihre bestandesnotwendigen Strukturen durch eine interne Dynamik hervorbringen, werden selbstorganisierend genannt. Sie sind in materiell-energetischer Hinsicht offen zur Umwelt, zugleich aber informationsmässig und operationell geschlossen.
Von Xaver Büeler im Buch System Erziehung (1994) auf Seite  45
Fritjof CapraSelbstorganisation ist das spontane Auftreten neuer Strukturen und neuer Verhaltensweisen in offenen Systemen fern vom Gleichgewicht, die durch innere Rückkopplungsschleifen charakterisiert sind und mathematisch durch nichtlineare Gleichungen beschrieben werden.
Von Fritjof Capra im Buch Lebensnetz (1996) im Text Modelle der Selbstorganisation

iconBemerkungen

Henk GoorhuisSelbstorganisation von sozialen Systemen [...] kann nicht verordnet werden.
Von Henk Goorhuis im Text Systemische Ansätze im Bildungswesen
Fritjof CapraDie Selbstorganisation ist zum zentralen Begriff der systemischen Anschauung vom Leben geworden.
Von Fritjof Capra im Buch Lebensnetz (1996) im Text Modelle der Selbstorganisation auf Seite  101
Fritjof CapraEin ständiger Energie- und Materialfluss durch das System ist notwendig, damit die Selbstorganisation stattfindet.
Von Fritjof Capra im Buch Lebensnetz (1996) im Text Modelle der Selbstorganisation auf Seite  104
Zu allem Übel wird die Chaostheorie - die mathematisch gut ausgearbeitet ist - häufig mit den erst ansatzweise formulierten Theorien der Komplexität und der Selbstorganisation verwechselt.
Von Alan Sokal, Jean Bricmont im Buch Eleganter Unsinn (1998) im Text Intermezzo: Chaostheorie und «postmoderne Wissenschaft»
Netzgesetz Nr. 5: Selbstorganisation. Komplexe, nichtlineare Systeme können sich aus eigener Kraft strukturieren und Stabilität gewinnen. Die interagierenden Elemente handeln nach einfachen Regeln und erschaffen dabei aus Chaos Ordnung, ohne eine Vision von der gesamten Entwicklung haben zu müssen.
Von Michael Gleich im Buch Web of Life (2002) im Text Die zehn Gesetze der Netze auf Seite  93
Heinz von FoersterGeprägt wurde dieser Terminus in den 50er Jahren von den beiden Elektroingenieuren W.A. Clark und B. G. Farley. Sie erkannten, dass sich Operatoren, die in einer geschlossenen Beziehung stehen, irgendwie stabilisieren und beobachteten - noch ohne eine Theorie der rekursiven Funktionen zu kennen - das Phänomen, dass bestimmte geschlossene Systeme nach einer gewissen Zeit stabile Formen des Verhaltens entwickeln.
Von Heinz von Foerster im Buch Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners (1998) im Text Management auf Seite  92
Ein bekanntes Beispiel für effektive Selbstorganisation sind Strassenkreisel zur Regelung des Verkehrs an Kreuzungen. Strassenkreisel funktionieren besser und reibungsloser als jede noch so perfekt gesteuerte Signalanlage, Sie sind deshalb so wirkungsvoll, weil sich die Verkehrsteilnehmer innerhalb gewisser Rahmenbedingungen selbst organisieren können, Die Fremdsteuerung durch Ampeln wird durch Selbststeuerung mit einfachen Vortrittsregeln ersetzt,
Von Martin Gerber, Heinz Gruner Personenreihenfolge alphabetisch und evtl. nicht korrekt in der Zeitschrift FlowTeams - Selbstorganisation in Arbeitsgruppen (1999) auf Seite  15
Gabi ReinmannSelbstorganisation ist kein Kunst- und kein Buzzword, sondern ein akademisch umfangreich behandeltes Konzept mit differenzierten Bedeutungen. In der aktuellen Web 2.0-Diskussion allerdings wird die Selbstorganisation mehrheitlich dazu benutzt, emotionale Botschaften und vage Hoffnungen zu transportieren, ohne dabei klar zu stellen, ob und wann man speziell die selbstbestimmte Herstellung von Ordnung einer Person im Auge hat. Die aber muss im Zentrum des Interesses stehen, wenn es um Lern- und Bildungsfra-gen geht.
Von Gabi Reinmann im Text Selbstorganisation im Netz (2008)

iconVerwandte Objeke

icon
Verwandte Begriffe
(Cozitation)
Synergetik, Kybernetikcybernetics, order from noiseorder from noise, Chaoschaos, Chaostheoriechoas theory

iconRelevante Personen

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iconStatistisches Begriffsnetz  Dies ist eine graphische Darstellung derjenigen Begriffe, die häufig gleichzeitig mit dem Hauptbegriff erwähnt werden (Cozitation).

iconBlahfasel-Generator (Beta)

Das Themenfeld Selbstorganisation im Laufe der Zeit
Wer hätte sich nicht schon fundierter Gedanken zum Begriff "Selbstorganisation" gemacht! Beste Gelegenheit, das Themenfeld Selbstorganisation genauer zu umreissen.
Ein erstes Mal wurde der Begriff im Jahr 1962 besprochen. Seither ist viel passiert. Oft wird Heinz von Foerster zum Begriff Selbstorganisation zitiert. Francisco J. Varela wird aber ebenfalls oft zitiert.
Sinnvoll ist ein Blick auf die Begriffsgenese. Die älteste einigermassen bekannte Erklärung des Begriffs lautet: "Selbstorganisation ist das spontane Auftreten neuer Strukturen und neuer Verhaltensweisen in offenen Systemen fern vom Gleichgewicht, die durch innere Rückkopplungsschleifen charakterisiert sind und mathematisch durch nichtlineare Gleichungen beschrieben werden." (Fritjof Capra, 1996). Zu vergleichen ist dies nun mit der Beschreibung von Xaver Büeler aus dem Jahr 1994 : "Systeme, die all ihre bestandesnotwendigen Strukturen durch eine interne Dynamik hervorbringen, werden selbstorganisierend genannt. Sie sind in materiell-energetischer Hinsicht offen zur Umwelt, zugleich aber informationsmässig und operationell geschlossen.". Unübersehbar sind hier Unterschiede und Gemeinsamkeiten. ...

iconZeitleiste

icon175 Erwähnungen  Dies ist eine nach Erscheinungsjahr geordnete Liste aller im Biblionetz vorhandenen Werke, die das ausgewählte Thema behandeln.

iconAnderswo finden

iconExterne Links

Auf dem WWW http://www.thur.de/home/annette/as16.htm :Annettes Philosophenstübchen: Selbstorganisation ( WWW: Link OK 2021-03-21)

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