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Beats Biblionetz - Texte

Bildung in der digitalen Welt

Strategie der Kultusministerkonferenz
Publikationsdatum:
Erste Seite des Textes (PDF-Thumbnail)

iconZusammenfassungen

Ziel der Kultusministerkonferenz ist es, dass möglichst bis 2021 jede Schülerin und jeder Schüler jederzeit, wenn es aus pädagogischer Sicht im Unterrichtsverlauf sinnvoll ist, eine digitale Lernumgebung und einen Ziel der Kultusministerkonferenz ist es, dass möglichst bis 2021 jede Schülerin und jeder Schüler jederzeit, wenn es aus pädagogischer Sicht im Unterrichtsverlauf sinnvoll ist, eine digitale Lernumgebung und einen Zugang zum Internet nutzen können sollte. Voraussetzungen dafür sind eine funktionierende Infrastruktur (Breitbandausbau; Ausstattung der Schule, Inhalte, Plattformen), die Klärung verschiedener rechtlicher Fragen (u. a. Lehr- und Lernmittel, Datenschutz, Urheberrecht), die Weiterentwicklung des Unterrichts und vor allem auch eine entsprechende Qualifikation der Lehrkräfte.
Für die Strategie werden zwei Ziele formuliert:
  1. Länder beziehen in ihren Lehr- und Bildungsplänen sowie Rahmenplänen, beginnend mit der Primarschule, die Kompetenzen ein, die für eine aktive, selbstbestimmte Teilhabe in einer digitalen Welt erforderlich sind. Dies wird nicht über ein eigenes Curriculum für ein eigenes Fach umgesetzt, sondern wird integrativer Teil der Fachcurricula aller Fächer. Jedes Fach beinhaltet spezifische Zugänge zu den Kompetenzen in der digitalen Welt durch seine Sach- und Handlungszugänge. Damit werden spezifische Fach- Kompetenzen erworben, aber auch grundlegende (fach-)spezifische Ausprägungen der Kompetenzen für die digitale Welt. Die Entwicklung der Kompetenzen findet auf diese Weise (analog zum Lesen und Schreiben) in vielfältigen Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten statt.
  2. Bei der Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen werden digitale Lernumgebungen entsprechend curricularer Vorgaben dem Primat des Pädagogischen folgend systematisch eingesetzt. Durch eine an die neu zur Verfügung stehenden Möglichkeiten angepasste Unterrichtsgestaltung werden die Individualisierungsmöglichkeit und die Übernahme von Eigenverantwortung bei den Lernprozessen gestärkt.
Von Kultusministerkonferenz im Text Bildung in der digitalen Welt (2016)

iconBemerkungen

CodingEnde April 2016 hat die Kultusministerkonferenz ein Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt" vorgelegt und überraschenderweise Verbände und sogar einschlägige Vereine zu Stellungnahmen aufgefordert. Das Strategiepapier sieht digitale Bildung als Aufgabe aller Fächer, reduziert sie dort aber weitgehend auf die Nutzung und kritische Reflexion digitaler Medien. Durch diese Verkürzung wird das Strategiepapier der Bedeutung eines digitalen Bildungsbegriffs nicht gerecht: Zur digitalen Bildung gehört auch ein Grundverständnis der Digitalisierung, Vernetzung und Automatisierung als treibende Kräfte der gewaltigen gesellschaftlichen Veränderungen.
Von Rudolf Peschke, Gerhard Röhner im Journal Coding (2017) im Text Informatik wird zum Thema
Volker FrederkingMit Blick auf die Verortung der Fachdidaktiken und der Fachlichkeit des Lehrens und Lernens sind in den KMK- und Länder-Initiativen zur digitalen Bildung in Deutschland (KMK, 2017; 2021) erstaunliche Paradoxien und Widersprüche feststellbar, die den Erfolg der gesamten KMK-Bildungsinitiative zur Implementierung digitaler Medien in Schule und Unterricht gefährden. Im GFD-Positionspapier ‚Fachliche Bildung in der digitalen Welt‘ (GFD, 2018) sind diese problematischen Aspekte nur partiell fokussiert worden, weil es hier um die unmittelbare, pragmatisch ausgerichtete fachdidaktische Antwort auf die bildungspolitischen Empfehlungen der KMK im Strategiepapier ‚Bildung in der digitalen Welt‘ (KMK, 2017) ging.
Von Volker Frederking im Buch Fachliche Bildung in der digitalen Welt (2022) im Text Von TPACK und DPACK zu SEPACK.digital.
Volker FrederkingDie KMK-Initiativen ‚Bildung in der digitalen Welt‘ (2017) und ‚Lehren und Lernen in der digitalen Welt‘ (2021) verfolgen den falschen Fokus. Es kann in bildungspolitischen Initiativen von BMBF und KMK nicht darum gehen, bei allen deutschen Schüler*innen basale digitale Kompetenzen in der Schule aufzubauen, weil sie über diese teilweise bereits in erheblichem Maße verfügen und sich damit international deutlich über dem Durchschnitt platzieren. Vielmehr ist eine Differenzierung zwischen dem Feld der digital sehr kompetenten und dem Feld der digital wenig kompetenten Schüler*innen zu empfehlen. Unterricht in Deutschland muss in diesem Sinne einerseits die Gelegenheit eröffnen, dass die deutschen Schüler*innen mit schwachen digitalen Kompetenzen (ca. 33 % ) ihre Defizite gezielt aufholen und ausgleichen können, während andererseits die 20 Prozent der deutschen Schüler*innen, die bereits in erheblichem Maße über digitale Kompetenzen verfügen, die Gelegenheit erhalten, diese zu erweitern und zu vertiefen.
Von Volker Frederking im Buch Fachliche Bildung in der digitalen Welt (2022) im Text Von TPACK und DPACK zu SEPACK.digital.
Steffen FriedrichBei der Gesamtsicht auf das Dokument der KMK (vgl. KMK, 2016) fällt auf, dass Begriffe nicht immer sauber gefasst sind bzw. auch inkonsistent verwendet werden. So wäre es beispielsweise durchaus hilfreich, den Begriff Digitalisierung genauer zu bestimmen und dann auch konsistent zu verwenden. So wird zwar richtigerweise die Digitalisierung für alle Fächer gefordert und dort auf die Fächerspezifika hingewiesen, nicht erkennbar ist aber, woher das Verständnis und das Basiswissen bzw. die Grundkompetenzen für Digitalisierung in der Bildung kommen, in welcher Weise sie strukturiert werden und wie sie in der Folge Tätigkeitsprozesse von Lehrenden und Lernenden verändern. Erschwerend kommt hinzu, dass – in den Fächern integriert – digitale Kompetenzen von Fachlehrkräften vermittelt werden sollen, die in den meisten Fällen selbst nicht genau wissen, was darunter verstanden wird. Diese Form der ,,Integration“ in den Unterricht ist in den letzten 40 Jahren schon mehrfach gescheitert und wird eher Unsicherheiten oder sogar fehlerhaftes Wissen erzeugen.
Von Steffen Friedrich im Journal Digitale Bildung versus Informatikunterricht? (2018) im Text Bildung in der digitalen Welt auf Seite  13

iconDieses Positionspapier erwähnt ...


Personen
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Anusca Ferrari, Kultusministerkonferenz

Fragen
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Welche Ausbildung wird in der Informationsgesellschaft benötigt?

Begriffe
KB IB clear
Bildungeducation (Bildung), Curriculum / Lehrplancurriculum, Digitalisierung, E-GovernmentE-Government, Hochschulehigher education institution, ICILS, ICILS 2013, Industrielle Revolutionindustrial revolution, Kulturtechnik, Lebenslanges Lernenlifelong learning, LehrerInteacher, Lernenlearning, Open Educational Resources (OER)Open Educational Resources, Privatsphäreprivacy, Schuleschool, Unterricht, Werkzeugetool
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Bücher
Jahr  Umschlag Titel Abrufe IBOBKBLB
2013 local web  DIGCOMP (Anusca Ferrari) 57, 76, 18, 1, 7, 42554163
icon
Texte
Jahr  Umschlag Titel Abrufe IBOBKBLB
2012 local web  Medienbildung in der Schule (Kultusministerkonferenz) 12, 7, 7, 10, 8, 17, 11, 1, 3, 2, 4, 347223632

iconDieses Positionspapier  erwähnt vermutlich nicht ... Eine statistisch erstelle Liste von nicht erwähnten (oder zumindest nicht erfassten) Begriffen, die aufgrund der erwähnten Begriffe eine hohe Wahrscheinlichkeit aufweisen, erwähnt zu werden.

iconTagcloud

iconVorträge von Beat mit Bezug

  • Deutsch und Digitalisierung
    Ein Vortrag mit Venn & Aber
    33. Jahrestagung der AG Medien im Symposion Deutschdidaktik, LMU München, 22.06.2018

iconZeitleiste

icon212 Erwähnungen  Dies ist eine nach Erscheinungsjahr geordnete Liste aller im Biblionetz vorhandenen Werke, die das ausgewählte Thema behandeln.

iconVolltext dieses Dokuments

Auf dem WWW Bildung in der digitalen Welt: Gesamter Text als Volltext (lokal: PDF, 2474 kByte; WWW: Link OK 2021-03-21)

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iconBeat und dieses Positionspapier

Beat hat Dieses Positionspapier während seiner Zeit am Institut für Medien und Schule (IMS) ins Biblionetz aufgenommen. Beat besitzt kein physisches, aber ein digitales Exemplar. Eine digitale Version ist auf dem Internet verfügbar (s.o.). Es wird häufig von anderen Objekten im Biblionetz zitiert. Beat hat Dieses Positionspapier auch schon in Vorträgen erwähnt.

iconBiblionetz-History Dies ist eine graphische Darstellung, wann wie viele Verweise von und zu diesem Objekt ins Biblionetz eingetragen wurden und wie oft die Seite abgerufen wurde.